Seis am Schlern 2019

Irgendwann im Frühjahr 2018 bekam ich eine Hotelempfehlung für Südtirol und diesen Herbst hat es dann mal funktioniert, diese Empfehlung zu testen. Eine Woche haben wir in der Nähe der größten europäischen Hochalm genächtigt, waren spazieren und haben gutes Essen genossen.

Ende Juni, Anfang Juli hatten wir vom Valentinerhof in Seis am Schlern ein Angebot angefordert für die Herbstferien und zwei mögliche Termine (Montag auf Montag sowie Mittwoch auf Mittwoch) sowie zwei Zimmerkategorien vorgeschlagen bekommen. Letztlich entschieden wir uns für das Solaris Superior Zimmer vom 14.10 auf den 21.10.2019. Mit inbegriffen ist eine ¾ Pension, sprich Getränke sind nur zum Frühstück inklusive.

Nach einem vorab feucht-fröhlichem Abend (innerfamiliäre Geburtstagsfeier) ging es dann um kurz nach 04:30 Uhr morgens los. Google Maps gab eine ungefähre Fahrtzeit von neun Stunden an, das passt. Wir legten einen Zwischenstopp ein irgendwo in Bayern um was zwischen die Zähne zu kriegen, so dass wir um 15:30 Uhr am Hotel in Südtirol angekommen waren.

Check-In war wie immer sehr unspektakulär und zügig erledigt. Im Zimmer dann mal die Balkontüre geöffnet und man stand schon fast im nicht beheiztem Außenpool, hatte zusätzlich einen wunderbaren Blick auf das Schlernmassiv und auf das im Tal liegende Seis.

Die Räumlichkeiten waren so eingerichtet, wie man es von den Fotos her erwartet hatte, also alles super. Zusätzlich gibt es eine ÖPNV-Karte, personalisiert, welche sieben Tage gültig ist. Die Seiser Alm-Bahn und auch die Linie 10 sowie 11 (10 ist die Buslinie vom Tal bis auf die Alm, 11 ist der Bus, welcher auf der Alm fährt) sind da nicht mit inbegriffen, hier gibt es aber die Option Einzeltickets oder auch unterschiedlich gestaffelte Kombitickets zu kaufen. Wir haben uns das 3 in 7 Ticket gegönnt: 3x Fahrt auf die Alm und zurück, frei nach Wahl ob mit der Almbahn oder mit dem Bus.

Die Haltestelle für die Linie 5 (die u.a. runter ins Dorf fährt) und auch für die Linie 10 liegen direkt gegenüber vom Hotel, die Taktung der Busse ist super. Mit dem Auto auf die Alm hoch geht auch, Parken kostet da oben nichts, allerdings ist die Zufahrt zwischen 09:00 – 17:00 Uhr nicht möglich. Weg kommt man aber immer.

Morgens beim Frühstück kann man sich für abends seine Menüfolge aussuchen. Zur Auswahl stehen immer zwei Vorspeisen, eine davon vegetarisch und drei Hauptgänge (2x Fleisch/Fisch, 1x vegetarisch). Zum Nachtisch gibt es entweder vom Buffet (Eis, Kuchen, Obst) oder den Tagesnachtisch von der Karte.

Die Speisen sind alle von guter Qualität und laut Aussage des Hotels bevorzugt regional.

Das Hotel verfügt über einen recht einfach gehaltenen Fitnessraum, einen Innenpool, zwei Außenpools (einer beheizt), Dampfbad, zwei Saunen, ein umfangreiches Massage- und Wellnessangebot (kostenpflichtig!). Es ist zwar kein Adults-Only Hotel, aber trotzdem sehr ruhig. Perfekt zur Erholung.

Neben der Menükarte morgens gibt es auch immer Hinweise auf Hauswandertouren, durchgeführt von der Inhaberin, die richten sich aber in der Regel eher an erfahrenere Wanderer. Aber auch dafür gibt es Vorschläge: Leichte Touren für Einsteiger und da haben wir den ein oder anderen Tipp mitgenommen.

Ganz nett war der Oswald von Wolkenstein-Weg, die zwei Burgruinen konnte man von unserem Hotel aus nämlich prima sehen.

Oben auf der Alm sind wir dann vom Compatsch nach Saltria über den Hans und Paula Steger Weg.

Zwischendrin wurden schon mal ganz langsam die verschiedenen Skipisten vorbereitet – die ersten Schneekanonen wurden zwar gesichtet, aber kamen noch nicht zum Einsatz. Die ersten roten Banden für die Pistenbegrenzung standen aber schon, Lifte fuhren natürlich noch keine.

Die meisten Almhütten zum Einkehren hatten geöffnet, hierzu findet man aber auch an der Seiser Almbahn eine große Tafel mit Hinweisen zu den Öffnungszeiten/Ruhetagen.

Einen morgen sind wir mit dem Auto auf die Alm, eigentlich um Langkofel und Plattkofel im Sonnenaufgang zu fotografieren. Das war leider nichts, diese trübe, graue Wolkendecke wollte die Sonne einfach nicht durchlassen. Schade! Gerade mit dem Nebel der morgens in den Tälern liegt gibt es in Verbindung mit der Morgensonne echt schöne Lichtstimmungen.

Abschließend noch ein paar Impressionen von unterwegs (Kastelruth, Seis etc.)

Einen Tag sind wir auch nach Bozen mit dem Bus, ist vom Seiser Busbahnhof ein Durchfahrer. Das Ötzi-Museum haben wir uns gespart angesichts der Warteschlange sondern sind einfach nur durch die Stadt gestreift. Ziemlich kleine Läden und viele enge Gassen aber in Summe jetzt auch nichts so Besonderes.

In Seis wurde viel Werbung für das Törggelenfest in St. Oswald gemacht und der Nachbartisch im Hotelrestaurant war wohl im letzten Jahr da und sehr begeistert. Sind dann, erfahrene Wandersrecken die wir sind, mit dem Bus nach St. Oswald 😉. Haben uns dann gewundert, da wir eigentlich mit einem Straßenfest gerechnet hatten, so war es auch angekündigt. Letztlich stellte sich dann heraus: Fest wurde abgesagt. Schade, Wetter war nämlich gut und der Ort auch ziemlich gut besucht, von der Absage haben wohl so einige nichts mitbekommen.

Ansonsten haben wir halt viel entspannt, fast gar nicht an die Arbeit gedacht und auf dem Rückweg noch einen Abstecher über Tübingen gemacht. In Summe kann man sagen es war ein gelungener Urlaub, mal etwas ganz anderes als immer nur Meer und Strand, werden wir sicherlich wiederholen. Ob dann wieder im Valentinerhof oder woanders wird man dann sehen, Südtirol ist schon ein ziemlich teures Pflaster.

Abschließend noch ein paar weitere Impressionen vom Handy: