Krakau & Auschwitz 2015

Hier mein Bericht, weitere befinden sich auf unserer Schulwebseite.

In den letzten Tagen war ich mit 45 Schülerinnen und Schülern und vier Kollegen in Polen. Auf der Gedenkstättenfahrt haben wir in Krakau Schindlers Fabrik mit der Ausstellung über die Okkupation und Befreiung Krakaus und bei einem Stadtrundgang das ehemalige Ghetto, das jüdische Viertel und die Altstadt kennen gelernt. Danach sind wir nach Auschwitz in die Internationale Jugendbegegnungsstätte umgezogen und haben nach einem Seminartag an den folgenden Tagen das Stammlager Auschwitz I und das Vernichtungslager Auschwitz II – Birkenau besucht. Abends gab es jeweils Reflexions- und Austauschrunden um das Erlebte zu verarbeiten.

Während wir in Krakau inhaltlich eher vorbereitet wurden, haben uns im Stammlager Auschwitz die Schrecken der Vernichtungsindustrie der Nazis voll getroffen. Bei bedecktem Himmel, der das Düstere der Szenerie nur noch filmreif untermalte, konfrontierten die Ausstellungen schonungslos mit Einzelschicksalen, die in Summe die bestialischen Ausmaße des Holocaust auf uns einwirken ließen. Einigen der Schülerinnen und Schüler war das zu viel, sodass auch Tränen flossen. Danke an Michael Adams, dass er sich denen in erster Linie angenommen hatte, denn ich kannte die Ausstellungen noch nicht.

Bilder aus Krakau:

Der Besuch in Birkenau wirkte dann nicht mehr so extrem stark. Einerseits hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter, sodass das Szenario insgesamt nicht so düster war, andererseits hatte man aufgrund der relativen Weitläufigkeit des Geländes auch die Möglichkeit, den Blick kurzzeitig vom Eindruck des direkten Schreckens ab zuwenden, mental zu entspannen. Das hat uns aber nicht davor bewahrt die nahezu nicht enden wollenden Ausmaße des Geländes der größten Vernichtungsmaschinerie Europas in ihren Dimensionen zu erfahren.

Besonders bei den Reflexionsrunden nach den Besuchen von Auschwitz I und II hat sich herausgestellt, wie stark die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von den Eindrücken, die sie gesammelt hatten, berührt wurden. Sie waren in der Lage zu Personen, die sie erst kurz kennen, da sich aus unterschiedlichen Klassen und Bildungsgängen kommen, über ihre Gefühle und Empfindungen zu reden und haben diese letztendlich auch in aktuelle Handlungsbezüge transferiert. Hier haben wir nicht nur einzelnen jugendlichen politische Bildung ermöglicht sondern auch einen weiteren Schritt für den Zusammenhalt innerhalb der Schule geschaffen.

Besonders gefreut hat es mich, mit welcher Tiefe die Jugendlichen der beruflichen Grundbildung die Erlebnisse kommentiert und wahrgenommen haben. Heute hat es schon die ersten intensiven Erfahrungsaustausche in diesen Klassen gegeben. Ich war meinen Schülerinnen und Schülern emotional noch nie so nah, wie in diesen Tagen, habe selbst extrem viel gelernt und werde sicherlich alles dafür machen, dass wir solche Fahrten auch zukünftig durchführen, auch wenn es extrem anstrengend war. (Wolfgang Kayser – Leiter der Fahrt)

Bilder aus Auschwitz: