Korfu 2019

In den Osterferien 2019 ging es mal wieder für eine Woche nach Griechenland – das ist jetzt das dritte Jahr in Folge, aber nach zweimal Kreta war nun mal die grünste griechische Insel dran. Ursprünglich stand zwar auch der spanische Raum auf der Liste der potentiellen Ziele, allerdings waren dort die Kombinationen aus Unterkunft, Flugzeiten und Preis einfach nicht attraktiv. Schon seit längerer Zeit buchen wir nur noch im Internet ohne Reisebüro, funktioniert einwandfrei.

Nach längerem stöbern auf Holidaycheck.de bin ich über das 5* LABRANDA Sandy Villas gestolpert. Preislich okay, All-Inclusive-Plus, Flug von Düsseldorf mit akzeptablen Zeiten. Gebucht mit Pool-Blick und am 13.04.2019 ging es dann frühmorgens los. Um 02:00 Uhr in Kamen in den Zug nach Düsseldorf gestiegen, Check-In vorher schon Online erledigt. Gepäck aufgegeben und ab in den Flieger! Der A320 von Condor flog pünktlich ab, so das wir gegen 11:00 Uhr planmäßig in Κρατικός gelandet sind.

Die Landebahn in Κρατικός gilt als etwas brenzlig, da ziemlich kurz. Dazu von zwei Bergen umgeben und vom Meer – hinter der Piste ist auch noch die Hauptstraße, wo bei jedem Start und jeder Landung der Verkehr mittels Ampeln gestoppt wird.

Wie wir das von Kreta 2017 schon kannten, offenbarte sich auch dieser Flughafen als Großbaustelle. Wir kamen in den Genuss das Förderband für das Gepäck einzuweihen oder zumindest waren wir einer der ersten Flieger. Ratlosigkeit herrschte, als sich ein paar Gepäckstücke verkeilten und es nicht mehr weiterging, bis dann mal jemand vom Personal beherzt über das Förderband hüpfte und den Stau auflöste. Gab sofort Szenenapplaus. Nach dem wir dann endlich unser Gepäck hatten ging es raus, den Bus suchen. Bisschen rumgefragt – großer Reisebus. Der auch schon gut gefüllt war. Das roch eher danach, dass an jeder Milchkanne angehalten wird – Google Maps sagte so grob 45 Minuten Transferzeit für die 30 Kilometer, wir richteten uns in Gedanken also schon auf über eine Stunde ein.

Pustekuchen – der Transfer war nur für die Hotelanlage. Die ist etwas größer: Es gibt das Sandy Villas, der Adult-Only Komplex. Davor, Richtung Strand, ist dann das Schwesternhotel Sandy Beach Resort, welches sich ausdrücklich an Familien richtet. Erst wurden die Leute vom Beach Resort rausgelassen, dann noch mal 300m wieder zurück gefahren um dann die Villas Leute rauszuwerfen. Check-In im Hotel war möglich, aber ein Zimmer gab es noch nicht. Wir hatten so ca. 12:00 Uhr, offizielles beziehen war um 15:00 Uhr. Um 12:30 Uhr gab es aber erst mal Mittagessen und vorher natürlich das obligatorische blaue Bändchen für All-In. Der Komplex hat 94 Zimmer/Suiten. Die Suiten gibt es mit „Privatpool“ – je zwei Suiten teilen sich einen Pool. Die Zimmer im Erdgeschoss der einzelnen Blöcke haben über die Terrasse einen direkten Zugang zum Swim-Up-Pool.

Das Essen war total in Ordnung, die Chafing Dishes nicht komplett überladen, es wurde permanent nachgelegt. Konnte aber eben auch zu kurzen Wartezeiten führen. Man merkte auch das noch nicht das komplette Personal anwesend ist und sich alle wieder einspielen müssen, ging aber sehr flott. Gegen 14:00 Uhr durften wir dann ins Zimmer. Ein kurzer Ausblick (Handyfotos)

Am ersten Tag macht man ja eher weniger, wir sind dann auch nur runter zum Strand, dabei zwangsläufig durch das Beach Resort geschlendert. Bisschen umgeguckt, wie man das eben so macht. Um 16:00 Uhr wurde dann der Mietwagen von George geliefert, ein Peugot C206 mit etwas über 50.000km weg. Reifen okay, keine großen Kratzer, Funktionstest wurde auf den nächsten Tag verlegt, da die Poolbar schon fleißig ausprobiert wurde.

Am nächsten morgen offenbarte sich bei einem Blick aus den Fenstern: Regen. Literweise Regen! Also mal fix den Regenradar angeworfen und festgestellt im Norden ist es trocken. Also nach einem Frühstück, Buffetform und sehr britisch geprägt, ab ins Auto und Richtung Norden gefahren. Die Insel Korfu ist nicht sehr groß, aber die Straßenverhältnisse sind teilweise abenteuerlich. Navigiert haben wir wie üblich über google Maps, das funktioniert immer ganz gut. Wir sind grob Richtung Sidari gefahren und haben unterwegs immer mal wieder angehalten um uns Sachen anzuschauen. Ein paar Handyfotos:




Wie man sieht war das Wetter auch im Norden ein wenig Wechselhaft, aber es regnete immerhin nicht. Unterwegs waren wir auch was essen, in einer der wenigen Tavernen bei Sidari die offen hatten. Es war okay, keine Offenbarung, aber griechisches Essen ist ja so oder so eher einfach gehalten. Wir haben aber schon mal einen ersten Eindruck von der Insel bekommen und festgestellt: Die Griechen haben nicht nur auf Kreta ein sehr seltsames Verhältnis zu Müll sondern auch auf Korfu und die Bevölkerung hier ist ziemlich arm. In vielen der Häusern außerhalb der stark frequentierten Touristengebiete hätte ich niemals nicht vermutet, dass in diesen Bruchbuden wirklich jemand wohnt, war aber so. Laut Wikipedia gehört Korfu noch zu den wohlhabenderen Gegenden – mag sein, aber dann nicht im Hinterland. Nach einem abschließenden Kaltgetränk in der Lobby Bar ging es dann auch früh auf’s Zimmer, schlafen.

Der nächste Tag bietete … Regen! Und davon nicht zu wenig, die komplette Insel war laut Wetterradar dem Regen ausgesetzt. Nun, damit muss man rechnen, aber schön ist das trotzdem nicht. Als es dann gegen mittag endlich aufklarte, sind wir nach Petriti gefahren. Πετριτή ist ein kleines Fischerdorf, wo auch noch absolut gar nichts los war (sprich keine geöffneten Tavernen, die vorzüglichen frischen Fisch bieten, wenn man so den Reviews trauen kann). Der Ort auch noch im Winterschlaf, die Strandabschnitte stark verdreckt, alte Boote, viel Müll. Katzen, die auf der Nahrungssuche sind und auf den Fischerbooten herumstromern.

Auf dem Rückweg sind wir nach Chlomos gefahren. Chlomos ist ein Bergdorf, sehr ursprünglich. Man hat einen wunderbaren Ausblick Richtung Hauptstadt und auch rüber zum griechischen Festland.

Der nächste morgen weckte uns mit strahlendem Sonnenschein! Yeah! Es sollte nach Korfu-Stadt gehen, Κέρκυρα bzw. Kerkyra. Unser Autovermieter hatte uns einen Parktipp gegeben – das haben wir auch probiert. Hoffnungslos überfüllt. Sind dann einem weiterem Parkplatzssuchendem gefolgt und haben dann mal gesehen, wie hier „Falschparker“ behandelt werden. Öffentlicher Parkplatz und er parkt mit seinem SUV halt mal so mies das eigentlich kein durchkommen war. Ich wage zu behaupten, ich habe leichtes knirschen gehört. Dem Kollegen in dem schwarzen SUV wurden die Nummernschilder abmontiert und einen rosa Strafzettel gab es auch noch dazu.

Was nicht passt, wird passend gemacht.



Wir haben am Hafen dann trotzdem noch einen Parkplatz ergattert, 3€/Tag, kann man nichts gegen sagen. Von da zu Fuß zur Festung und später durch die Altstadt. Beides ist sehr sehenswert, auch wenn die Altstadt natürlich eher durch ihre Architektur beeindruckt und nicht durch das Warenangebot. Überwiegend sind es eben Erzeugnisse aus Oliven(holz), Stoff-/Leinenerzeugnisse, Touristenquatsch und Erzeugnisse aus Kumquat. Dazwischen immer mal die ein oder andere „Taverne“ / Restaurant. Die AIDA hatte netterweise auch noch mal einen großen Schwall Touristen ausgespuckt, wodurch es schon voll war. Möchte nicht wissen, wie das in der Hauptsaison ist, wenn sich da alle durch die Gassen schieben.

In dem Holzshop, der auf den letzten zwei Bildern zu sehen ist, haben wir uns dann nach elendigem hin und her ein Souvernir mitgenommen. Das steht jetzt hier in der Bibliothek auf der Fensterbank und guckt grimmig <3

Auf dem Rückweg aus Korfu-Stadt ging es dann noch am Achillion vorbei, Sisis Schloss begutachten. Hätte das Ding einen Pool und eine Sauna, würde ich es ja kaufen, aber so? Ach lass mal. Eintritt 8€ pro Person für in meinen Augen wenig Exponate, habe mir aber den Audio-Guide auch nicht gegeben. Sollte man aber wohl mitnehmen, Gebäude selbst ist wirklich hübsch und die Gartenanlage bietet einen wunderbaren Ausblick. Fotos folgen vielleicht noch.

Am nächsten morgen – wieder mit strahlendem Sonnenschein – hatten wir uns überlegt: Ach komm, fahren wir mal da unten zum südlichsten Zipfel der Insel, da ist ein Panorama-Viewpoint ausgeschildert und auch eine Kapelle. Also ab ins Auto und dann abgebrochen, nach dem wir durch Kavos (schreckliche Stadt. Saison ist ja noch nicht, aber ab dem 01.05 kann man das wohl problemlos mit dem Ballermann/Magaluf vergleichen. Nur Bars und Diskotheken die sich aneinanderreihen) durch waren. Die „Straße“ war aufgrund Karpfenteichgroßer Schlaglöcher einfach nicht mehr zu befahren, keine Chance. Also Auto abgestellt und zu Fuß weiter. Als wir dann nach einigen Kilometern und Höhenmetern angekommen waren: Woah! Sind dann noch Richtung Strand runter. Mittlerweile sind die Schuhe auch wieder sauber ;)

Nächster Tag war dann ebenfalls eine Wanderung – ich hatte mal nach „Korfu“ gegoogled und die Bildersuche spuckte ein wahnsinnig gutes Motiv aus. Wir sind dann also wieder in den Norden gefahren, nach Afionas um da den Wanderweg zum Double-Beach-Viewpoint zu folgen. Als wir den Spot dann hinreichend fotografiert hatten (Leinwand 1,20m ist bestellt!) ging es noch ins „Geisterdorf“. Geisterdorf hier ist eher widersprüchlich. Wikipedia sagt, 2011 wohnten da nur noch drei Leute. Mittlerweile ist es mehr. Das Dorf steht unter Denkmalschutz, es gibt einige Tavernen und viele verfallene Gebäude, die man käuflich erwerben kann. Haben da eine Kleinigkeit zu uns genommen und eben überall mal reingeguckt – ist aber zu weit weg vom Meer um interessant zu sein ;)

Am letzten Tag war eigentlich ein Hoteltag geplant, aber wie das eben so ist … wir sind dann noch zum Korission-See gefahren, haben auch noch eine alte, verfallene Festung mitgenommen.

Fotos folgen vielleicht noch, mit dem Handy haben wir nichts abgelichtet. War einfach nur ein entspannender Spaziergang, bevor es an die Bar ging um sich seelisch auf die Abreise vorzubereiten.

Rundherum aber ein gelungener Urlaub!